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China Unverhofft kommt oft

Unverhofft kommt oft: Great White Wall

Januar 4, 2016

Ich sah mich glückselig über die Mauer hüpfen und traumhafte Fotos schießen...in kurzer Hose und T-Shirt...heute frage ich mich: Wie zum Teufel bin ich darauf gekommen, dass im chinesischen März Temperaturen herrschen, die ein Sommeroutfit zulassen?

Wenn man "Chinesische Mauer" googelt, dann erscheinen tausende Bilder des imposanten Bauwerkes in saftig grünen Hügeln und vielleicht sogar sonnengekitzelt. Jeder kennt diese Bilder. Jeder kennt die große Mauer. Und sehr viele träumen davon einmal auf ihr entlang zu wandern, zu spazieren oder einfach nur in die Ferne zu gucken und möglichst viele der 8850 Kilometer zu entdecken. Ich gehörte dazu und konnte es kaum erwarten, als sich im März 2013 die Gelegenheit bot. Ich sah mich glückselig über die Mauer hüpfen und traumhafte Fotos schießen...in kurzer Hose und T-Shirt...heute frage ich mich: Wie zum Teufel bin ich darauf gekommen, dass im chinesischen März Temperaturen herrschen, die ein Sommeroutfit zulassen? Vielleicht lag es daran, dass ich meinen Koffer vor allem für Südostasien gepackt hatte. Na klaro, auf den Philippinen war halt Sommer.

In Peking definitiv nicht. 😉

Als wir am Vortag in Peking ankamen war es schon sehr kalt und wir mussten kleidungstechnisch improvisieren, da wir tatsächlich nur Sommertaugliches eingepackt hatten. Und zack! wurde der Lagenlook zu unserem besten Freund. Mein persönlicher Held: Meine Thermo-Strumpfhose vom Discounter.

An unserem „Juhu-jetzt-gehts-zur-Mauer-Tag“ wurden wir von einem chinesischen Winterwonderland begrüßt. Dicke Flocken rieselten gen Boden und wir machten uns auf Richtung Badaling, den bekanntesten aller Mauerstücke. Bekannt heißt leider auch sehr touristisch, aber wir vertrauten darauf Off-Season da zu sein… und tatsächlich haben sich nur eine handvoll Chinesen den Trip an diesem verschneiten Märztag angetan. Vor Ort wurde schnell ein Kaffee besorgt um die schon eingefrosteten Fingerchen zu wärmen und dann ging`s los…

…ca. 3 Stunden später saßen wir in einer Rodelbahn. Wie passend. Auch wenn es eine Sommerrodelbahn war, die im Sommer die Touristenmassen vom höchsten Punkt ins Tal zurück bringt, war es für uns das ultimative Winterfeeling und ein toller Abschluss unserer Mini-Wanderung. Auch wenn die Schneewolken eine weite Sicht verhindert haben, sah alles einfach mystisch aus. In der Ferne ließen sich immer neue Türme und Wege erkennen…und die Ruhe war fantastisch! Wieder mal ein Beispiel für einen Tag, der so nicht geplant, aber im Endeffekt wunderschön war.

Das ich kein Fan von organisierten Gruppenausflügen bin, dass habe ich ja hier schon mehrfach erwähnt 😉 Und das gilt auch dieses Mal. Ein Tagesausflug zur Great Wall in Badaling ab Peking ist zwar schon ab ca. 30€ zu haben, davon verbringt man aber tatsächlich höchstens 2 Stunden an der Mauer und den Rest der Zeit wird man zu diversen Verkaufsveranstaltungen gefahren. Ausgenommen Privattouren, die ca. 100€ kosten. Auf eigene Faust gibt`s den Spaß schon für 8€ inkl. Hin-und Rückfahrt, Eintritt in Badaling & einem heißen Kaffee für kalte Finger. Wer sich den Spaß einer Rodelbahnfahrt nach unten gönnen möchte, zahlt weitere 8€.

Wir hatten trotz Eiseskälte und eingefrorenen Nasenhaaren einen ganz besonderen Tag. Der Zauber der Mauer konnte sich auch im Schneegestöber verbreiten und auch wenn wir uns mehrfach fast auf die Nase gelegt hätten, würde ich jederzeit wieder um Winter hierher kommen. Vor allem, weil kaum andere Touristen hier waren. (Außer ein paar Jungs, die ein Boyband Foto haben wollten  & Regenschirm-Tragenden-Chinesen, die unbedingt ein Foto mit uns zwei Blondinen haben wollten)

Trotzdem konnte man vor Ort auch sehen, was alle guten Reiseführer anmerken: Hier ist die Hochburg des Mauertourismus! Dutzenden geschlossene Souvenirläden, Fast-Food Restaurants, echte Bären im Mini-Gehege und diverse abgedeckte Stände lassen erahnen, was hier zur Hochsaison los sein muss. Mein Gefühl sagt mir, dass man zur Hochsaison definitiv lieber einen anderen Streckenabschnitt besuchen sollte. Der Weg kann teilweise etwas länger sein, aber laut vielen Einheimischen lohnt sich der Aufwand auf jeden Fall!

Hinkommen

Per Zug (ab Peking): Die absolut beste Möglichkeit auf eigene Faust zu reisen! Los geht`s am Bahnhof Beijing Nord (an der Metro-Station Xizhimen) mit der "S-Train" ( 6 Yuan/ca. 0,80€ pro Strecke), die ca. 80 Minuten braucht. Man sollte unbedingt frühzeitig am Bahnhof da sein, da der Ticketkauf ohne chinesische Sprachkenntnisse etwas länger dauern kann. Außerdem gibt es eine Sicherheitskontrolle wie am Flughafen und wenn der Zug voll ist gibt es keine Tickets mehr. Eine super Beschreibung, wie alles im Detail funktioniert inkl. Bilderguide findet ihr hier. ACHTUNG! Am Bahnhof in Badaling lauern schon dutzende Taxifahrer, da die Mauer nicht direkt in Sichtweite ist! Es sind aber tatsächlich nur 15 Minuten zu Fuß.

Per Bus (ab Peking): ca. 60 km und 75 Minuten mit der Linie 919 ( 12 Yuan/ca. 1,20€) ACHTUNG! Es gibt mehrere Busse mit der Nummer 919 und nicht jeder fährt zur Mauer. Man sollte nicht auf den Mund gefallen sein und sich durchaus mühevoll durchfragen können. Kaum jemand spricht Englisch und alle wollen die Touristen in teurere Mini-Vans oder getarnte Ausflugsbusse schieben...hier heißt es standhaft bleiben und suchen, bis ihr jemanden findet, der Englisch spricht.

Per Taxi (ab Peking): Nicht zu empfehlen, da extrem überteuert!

Per Ausflug (ab Peking): über div. Anbieter, die ihr unter tripadvisor vergleichen könnt

Alternative Mauerabschnitte

Huanghuacheng

Jinshanling

Juyongguan

Mutianyu

Simatai

  • Reply
    Carmen Gilch
    Januar 20, 2018 at 5:21 pm

    Hey!
    Das ist ein richtig schöner Artikel! Von eurem zauberhaftem Ausflug hätte ich gerne noch mehr gelesen. 🙂 Ich habe gleich mitgefroren. 😀 Uns ging es auf unserer Chinareise ähnlich. Wir hatten keinen Schnee, aber bei -6°C im November hatten auch wir uns mit dem Lagenlook angefreundet (zumal Chinesen es anscheinend sehr gerne kalt mögen und alle Türen offen stehen lassen – auch in Restaurants).
    Wir hatten Huanghuacheng gewählt und ich kann bestätigen, dass das eine super Alternative für Sommertage ist.
    Grüße Carmen (traVIVas!)

    • Reply
      litschi
      Januar 24, 2018 at 9:39 am

      Huhu liebe Carmen! 🙂

      Hihi, schön zu lesen, dass nicht nur uns überall EISKALT war 😀
      Ich bin natürlich gleich mal auf deinen Blog gehüpft & hab euren Huanghuacheng Bericht durchstöbert –
      klingt ganz wunderbar nach AUF-JEDEN-FALL-NACHMACHEN 🙂

      Grüße aus dem winterlichen Ruhrgebiet!

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