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Exumas Wildlife

Zu Besuch bei den schwimmenden Schweinen

März 7, 2016

Ich ließ mich vom Boot fallen und plumpste etwas unbeholfen in das türkisfarbene Wasser. Öh. WOW. Was von oben noch possierlich aussah, war auf Augenhöhe fast etwas angsteinflößend: Schweine sind groß. Sehr groß sogar. Und wenn gleich mehrere (wo die auch immer herkamen) energisch auf dich zu schwimmen und du eben NICHTS zu fressen hast: Dann hast du ein Problem!

Ok. Ich gebe es zu. Ich gehöre zu diesen - von Einheimischen übrigens für verrückt erklärten - Touristen, die nur wegen der schwimmenden Schweine auf die Bahamas gereist sind. Ich habe sie vor einigen Jahren im Internet entdeckt, noch bevor sie ihre Berühmtheit durch einen Auftritt in einer beliebten deutschen Castingshow und als Werbeträger einer Reiseplattform hatten. Aber nur weil ich sie vor den deutschen Marketingabteilungen entdeckt habe, heißt das nicht, dass es weniger verrückt ist seinen ganzen Urlaub um die grunzenden Tierchen herum zu planen. Und tatsächlich war ich einige Male kurz davor das Ganze hinzuschmeißen. Warum? Weil die Reise zu den Schweinchen alles andere als easy ist und der Preis eigentlich nichts ins Budget eines eingefleischten Backpackers passt. Wie oft habe ich mich dabei erwischt, dass ich mir in Gedanken überlegt habe: Aha. Für einen Tagesausflug zu den Schweinen könnte ich eine Woche am Strand von Mallorca braten/3 Wochen Unterkunft in Vietnam zahlen/ mehrere Wochentickets für Angkor kaufen….

…ABER ich habe es trotzdem gewagt und wurde mit einem der merkwürdigsten Momente meines Lebens belohnt.

Der große Tag: Aus Kostengründen haben wir uns für einen Gruppenausflug mit Exuma Water Tours entschieden und waren einen ganzen Tag unterwegs. Neben den Schweinen haben wir noch einiges anderes erlebt…und dank Nebensaison waren wir auch „nur“ mit 11 weiteren Gästen unterwegs. Gekostet hat der Spaß 170 bahamesische Dollar inkl. Hotelshuttle & Getränken. Teuer, aber im Preis-Leistungsvergleich absolut in Ordnung!

Der Moment, in dem ich die Schweine das erste Mal entdeckte war skurril. Zwei dicke Hausschweine paddelten zackig auf unser Boot zu - definitiv in freudiger Erwartung auf einen leckeren Mittagssnack. Die ersten Touristen begannen wie wild zu filmen & fotografieren - ich starrte einfach nur ins Wasser. Und entschied mich dann - vollkommen typisch ^^- einfach zu den vermeidlich süßen Tierchen zu springen und mit Ihnen zu schwimmen. Dafür war ich ja schließlich auf die Bahamas gereist. Ich ließ mich also vom Boot fallen und plumpste etwas unbeholfen in das türkisfarbene Wasser. Und bekam einen ganz schönen Schreck! Was von oben noch possierlich aussah, war auf Augenhöhe fast etwas angsteinflößend: Schweine sind groß. Sehr groß sogar. Und wenn gleich mehrere (wo die auch immer herkamen) energisch auf dich zu schwimmen und du eben NICHTS zu fressen hast: Dann hast du ein Problem! 😀 Genau so passierte es….ich wurde von 4 hungrigen Schweinen eingekreist und alle stupsten mich energisch und leicht sauer an. Eins trat aus. AUAAAAAAAAA! Aber gut. Was kann es cooleres geben als eine Mini-Narbe von einem schwimmenden Schwein? Gerettet wurde ich von der Bordcrew, die mir einen Haufen Brötchen zuwarfen: Und schwups waren die Schweine meine besten Freunde und ich anschließend etwas mehr auf Abstand bedacht. 😉

Ganz klar: Die Schweine sind Tiere und keine lustigen zu begrapschenden Objekte. Selfies mögen sie ganz und gar nicht und von Kindern am Schwanz gezogen werden noch weniger! Man muss definitiv aufpassen, dass man es sich mit Ihnen nicht verscherzt!

Wir haben ein bisschen Abstand gehalten, das bunte Treiben beobachtet und uns im Wasser treiben lassen - und was sollen wir sagen? Es war toll! Ganz besonders. Und ganz besonders skurril. Wenngleich ich heute sagen muss, dass es definitiv Urlaubsmomente gab, die mich mehr berührt haben - denn egal wie man es dreht und wendet: Die Schweine sind eine Touristenattraktion.

Ganz von Vorne…

Aber ganz von Vorne: Wie kamen die schwimmenden Schweine auf die Insel? Dazu gibt es verschiedene - teils vollkommen verrückte - Theorien. Die einfache Wahrheit ist, dass die Schweine einer Farmerfamilie vom Big Major Cay gehören. Sie werden auf der Insel gehalten und nun ja….für die vielen karibischen Barbecues geschlachtet. Das sie schwimmen liegt einfach daran, dass ihr Besitzer es ihnen beigebracht hat: Futter ins Wasser = Schwein schwimmt.

Ganz ehrlich? Als wir auf die Insel zufuhren, die Schweine direkt auf unser Boot zu paddelten und ich sie wie bezaubert anstarrte, kam mir schon der Gedanke: Ach jetzt komm schon. Schweine im Meer? Die werden doch morgens hier rausgelassen und abends wieder eingesammelt….das ist pure Touristentäuscherei….

Ist es aber nicht. Ja. Die Schweine sind angefüttert, definitiv keine urbegeisterten Schwimmer und nehmen das Schwimmen für die vielen Leckereien in Kauf…ABER sie leben hier. Warum ich mir da so sicher bin? Es passierte, als unsere Gruppe wieder komplett an Bord war. Alle waren aufgedreht, dass Boot legte ab und dann kamen sie. Aus dem Palmengebüsch tapsten ungefähr ein dutzend Mini-Schweinchen auf den Sand. Kaum wurden sie von ihrer Mutter bemerkt, wurden sie energisch zurück ins Gebüsch getrieben. Und schwups waren die Minis auch schon wieder verschwunden. Man erklärte uns, dass die Großen die Kleinen noch nicht an den Strand lassen um sie zu beschützen. Wie im echten Schweineleben! 🙂 Dieser Moment war der Schönste. Zu wissen, dass die Schweine ein stinknormales Tierleben führen und die Touristen für sie mehr eine willkommene Abwechslung sind, als alles andere.

Hinkommen

Die Anreise zu den Schweinchen ist - je nach Budget - nicht unbedingt einfach. Wir sind über Miami nach Nassau gereist und haben dort eine Propellermaschine der Bahamas Air nach Georgetown genommen. Dort haben wir über airbnb einen Local Host gefunden, der uns vom Flughafen abgeholt hat & uns den Kotakt zu der Exumas Water Tours Agentur vermittelt hat. Die haben uns dann einfach an unserer Unterkunft eingesammelt und zum Startpunkt des Ausfluges ganz im Norden von Great Exuma gebracht. Ca. 3 Bootsrunden entfernt liegt der Big Major Cay und damit die Schweineinsel. Klingt nach einem langen Weg: Ist es auch.

Wer es kürzer mag: Direktflug nach Nassau buchen und mit einer Privatcharter nach Staniel Cay reisen. Von dort aus sind die Schweine per Bootscharter in ca. einer Stunde erreichbar.

Litschiorakel Tipp

Unbedingt die Tour zum Big Major Cay buchen und nicht die angeblich andere Schweineinsel! Weil vielen Touristen der Ausflug zu lang & zu teuer ist, gibt es mittlerweile Kurztrips von Georgetown aus zu einer anderen Insel auf der man eine Hand voll Hausschweine abgesetzt hat. Also immer direkt nach dem richtigen „Pig Beach“ fragen und nicht von Schnäppchen locken lassen. (Früher hieß der Strand Southernmost Strand…)

  • Reply
    Saskia
    März 7, 2016 at 11:31 am

    Wie geil ist das bitte?!?!

  • Reply
    Daniela
    März 21, 2017 at 9:42 am

    Vielen Dank.
    Du hast mir genau die Informationen gegeben, nach denen ich im Netz bereits seit Längerem suche.
    Im September werde ich die „schwimmenden Schweine“ besuchen.
    Dein Blog ist großartig.

    Gruß aus Hamburg

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